Was ist der Unterschied zwischen Friseur/ Haarartist, Visagist und Make-up-Artist?

Für die meisten von uns sind die Berufe Hair Stylist und Hair Artist, Visagist und Makeup Artist ja kaum auseinander zu halten. Heute wollte ich es mal genau wissen. Ich interviewte meinen langjährigen Kollegen (und als ich noch in der Schweiz lebte, Lieblings-Hair Stylisten) Björn von Rotz, der ursprünglich seine Karriere mit einer klassischen Friseurausbildung begann und sich dann weiterbildete zu Visagist und Make-up Artist. Seither arbeitete er mit Kunden wie Elle, Cosmopolitan, GQ, und Vivienne Westwood, schminkt und stylt regelmässig an Fashionweeks und am Fernsehen, unterrichtet an Seminaren und führt sein eigenes Hair Atelier und eine Makeup & Hair Artist Schule für Kreative, die auch davon träumen, dieser Leidenschaft nachzugehen.

Bjoern von Rotz at a Fashionweek

Astrid: Björn, Was ist für Dich der entscheidende Unterschied zwischen einem Visagisten/in und einem Make-up-Artisten/in?

 

Björn: Der Visagist/in probiert dem gesellschaftlichen Schönheitsideal zu entsprechen, z.B. mandelförmige Augen, perfekt deckende Grundierung, einfaches Beispiel wie bei einer Miss – Wahl.

Typische Make-up’s: Abend-Make-up, Hochzeits-Make-up etc.

Der Make-up-Artist/in ist fokussiert auf Authentizität, Individualität und Wiedererkennungswert. Es muss nicht dem gesellschaftlichen Schönheitsideal entsprechen und bei der Grundierung müssen die Poren sichtbar sein.

Typische Make-up’s: Pin – up, Gipsy, Nude-Make-up’s etc.

 

Astrid: Wo sind die Einsatzgebiete dieser Berufe?

 

Björn: Der Visagist/in gibt Make-up Beratungen, arbeitet für Portraitfotografie und Verkauf dekorativer Kosmetik. Der Make-up-Artist/in arbeitet für Werbefotografie, Editorials, Kataloge, Werbefilme und Modeschauen.

 

Astrid: Für wen können diese arbeiten?

 

Bjoern: Der Visagist/in ist gut kombinierbar mit Kosmetikstudios, Coiffeurgeschäften, Verkauf/Beratung dekorativer Kosmetik und klassischen TV-Studios.

Als Make-Up-Artist/in arbeitet man selbständig erwerbend für Agenturen oder für fashionorientierte Hair-/Make-up-Salons.

 

Astrid: Was ist der Unterschied zwischen einem Coiffeur und einem Haar-Artist/in?

 

Bjoern: Für den Friseur ist der Kunde im Mittelpunkt und der Haarschnitt sollte sechs bis acht Wochen gut haltbar sein.

Für den Haar-Artist/in ist der Moment das Wichtigste. Es muss nicht dem Träger oder Model, sondern dem Fotografen, Designer, Art Director oder dem Publikum gefallen.

 

Astrid: Muss man als Make-up- & Haar-Artist/in eine Friseurausbildung absolvieren?

 

Bjoern: Nein, hauptsächlich frisiert man die Haare ohne sie zu schneiden, deshalb muss man nicht unbedingt eine Friseurausbildung haben. Man sollte aber eine Schule aufsuchen, in der mindestens 1/5 der Kurszeit auf die Haare fokussiert sind.

 

Astrid: Wo liegen die Unterschiede zwischen der Definition “Haar- & Make-up-Artist/in” und “Make-up- & Haar-Artist/in”?

 

Bjoern: Immer das Erstgenannte ist die Spezialisierung oder dort wo die Erfahrung grösser ist.

 

Astrid: Sie haben eine eigene Akademie. Was bieten Sie dort an?

 

Bjoern: Wir bieten eine 9 monatige Ausbildung als Make-up & Haarartist an. Jeder Seminartag haben wir ein anderes Thema (z.B. Architektur, Film, Divas, Musik, Kunst etc.),wo wir in Make-up und Haarfrisuren umwandeln. Wir nennen unsere Akademie „THE MAKE-UP & HAIR-CIRCUS“ , weil dieses Business von der Vielfältigkeit der Menschen einem Circus gleicht.

 

Vielen Dank Bjoern!

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